Mehr Förderung für Energie

Foto: KfW-Bildarchiv

Neu ab April 2016 - Der Förderstandard KfW-Effizienzhaus 70 wird auslaufen. Neu hinzu kommt der Standard 40 Plus. Dieser Standard zeichnet sich dadurch aus, dass ein wesentlicher Teil der benötigten Energie unmittelbar am Haus erzeugt und gespeichert wird

Die Energieeinsparverordnung EnEV schreibt Bau-, Sanierungs-, und Modernisierungswilligen bautechnische Standards vor. Die Verordnung ist ein wichtiges Instrument, um die Energie- und Klimaschutzpolitik der EU umzusetzen. Verschärfen sich die politischen Ziele, werden die Standards entsprechend angepasst. In Deutschland möchte man bis zum Jahr 2050 einen „klimaneutralen Gebäudebestand“ erreichen – das wirkt sich schon heute auf das konkrete Planen, Bauen und Modernisieren aus.

Die EnEV-Verschärfung ab dem 1. Januar 2016 hat es insbesondere auf den Jahres-primärenergiebedarf von Häusern abgesehen. Durch Dämmung und die Nutzung innovativer, regenerativer Heiztechnik soll der Energiebedarf eines Haus um 25 Prozent im Vergleich zur bisher geltenden Mindestanforderung gesenkt werden. Davon betroffen sind die Aspekte Heizen, Lüften sowie das Bereitstellen von warmem Wasser. Der maximal erlaubte Primärenergiebedarf für jedes Haus wird individuell berechnet und in einem Energieausweis dokumentiert. Auch die Anforderung an den Wärmeschutz der Gebäudehülle ändert sich: Ab 2016 soll der maximal erlaubte mittlere Wärmeverlust durch die thermische Hülle um rund 20 Prozent im Vergleich zu den bisher geltenden Werten gesenkt werden – auf dem Wege einer effizienteren Dämmung. Die neue Verordnung ist für alle Bauherren gültig, die ihren Bauantrag nach dem 31.12. 2015 stellen. Der gestaffelte Förderstandard der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist eng an die Verordnungen der EnEV gekoppelt. Die KfW-Effizienzhäuser 70, 55 und 40 haben einen Jahresenergieprimärbedarf von höchstens 70, 55 oder 40 Prozent gegenüber einem vergleichbaren, nach EnEV-Vorgaben gebauten Neubaus. Ab dem 1. April 2016 passt die KfW-Bankengruppe ihre Förderkriterien an die neuen EnEV-Grenzwerte an. Wichtigste Neuerung: Der Förderstandard KfW-Effizienzhaus 70 wird auslaufen. Neu hinzu kommt das KfW-Effizienzhaus 40 Plus. Dieser Standard zeichnet sich dadurch aus, dass ein wesentlicher Teil der benötigten Energie unmittelbar am Haus erzeugt und gespeichert wird.

Um diesen Standard zu erfüllen, benötigt ein Neubau das sogenannte „Plus-Paket“. Darin stecken eine stromerzeugende Anlage auf der Basis erneuerbarer Energien, ein stationäres Batteriespeichersystem, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung von mindestens 80 Prozent und nicht zuletzt eine Visualisierung von Stromerzeugung über ein entsprechendes Interface. In seinem Musterhauspark in Kaarst hat Viebrockhaus im September als erster Haushersteller die Standards in einem Beispielhaus umgesetzt.


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Lesen Sie den ausführlichen Bericht ab Seite 116 in der Ausgabe November/Dezember 2015 mein schönes zuhause°°°


Kristof Warda

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