Hauskauf – Finanzierungsalternativen für das Eigenheim

Bild: Viebrockhaus

Mit der Hausfinanzierung steht und fällt der Hausbau. Wir stellen Ihnen dazu verschiedene Konzepte und Beispielrechnungen vor. Des Weiteren erhalten Sie Tipps, ob für Sie ein Fertighaus oder ein Massivhaus günstiger ist.

Die Zinssituation heute


Im Mai 2013 hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf 0,5 Prozent festgesetzt. Dies ist der Zinssatz, zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen können. Mit diesem Zinssatz ist das Geldverleihen für die Banken so preiswert wie noch nie seit der Euro-Einführung im Jahr 1999. Bei einem Hauskauf bildet die Immobilie eine Sicherheit für die Bank. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern geben die deutschen Banken die günstigen Zinsbedingungen an ihre Kunden weiter.


Das bedeutet für die Finanzierung eines Hausbaus ausgesprochen günstige Zinsen für Kredite. Da die Zinssätze im Kreditvertrag festgeschrieben werden, profitierten Hauskäufer auf lange Jahre von den heutigen günstigen Konditionen. Eine Erhöhung des Leitzinses ist nach heutigem Stand unwahrscheinlich. Am 18. Juni 2013 erklärte der Chef der EZB, Mario Draghi, in einer Rede vor der israelischen Notenbank in Jerusalem, sogar eine weitere Senkung des Leitzinses wäre denkbar.


Die Finanzierungsarten beim Hauskauf


Bei der Finanzierung gibt es verschiedene Konzepte:


  • Volltilger-Darlehen: Bei diesem müssen Kreditsumme und Zinsen komplett zum Ende der Laufzeit des Kreditvertrages abbezahlt sein. Die Laufzeiten solcher Darlehen betragen meist weniger als zwanzig Jahre. Die monatlichen Raten sind extrem hoch und für viele Hauskäufer kaum zu realisieren. Ein Nachteil ist auch, dass keine Sondertilgungen möglich sind.
  • Variable Darlehen: Bei diesen werden die Zinssätze alle drei Monate dem Satz des EURIBOR angepasst. Der EURIBOR (kurz für Euro Interbank Offered Rate) ist der durchschnittliche Zinssatz, zu dem Banken untereinander (außer mit Zentralbanken) Geldgeschäfte abwickeln. Der EURIBOR kann nach oben und unten variieren.
  • Annuitätendarlehen: Dies ist die klassische Art der Hauskauf-Finanzierung. Der Hauskäufer nimmt ein Darlehen auf. Der Kreditvertrag kann ab fünf bis zu 15 Jahren laufen. Längere Laufzeiten bedeuten meist höhere Zinsen. Während der Laufzeiten bezahlt der Hauskäufer Zinsen und tilgt das Darlehen. Die monatliche Rate bleibt über die gesamte Laufzeit gleich. Die Darlehenssumme verringert sich von Monat zu Monat. Die Tilgungsrate, beispielsweise ein Prozent der Darlehenssumme, wird im Vertrag festgelegt.
  • Kombidarlehen aus Bausparvertrag und Annuitätendarlehen: Hierbei werden ein Bausparvertrag und ein Annuitätendarlehen gemeinsam abgeschlossen. Während der ersten Jahre werden die Zinsen für das Darlehen gezahlt und gleichzeitig die Raten für den Bausparvertrag. Wenn der Bausparvertrag zur Auszahlung kommt, wird die Summe auf den Betrag des Annuitätendarlehens angerechnet. Im Anschluss zahlen Sie den Restbetrag des Annuitätendarlehens ab. Die Vorteile liegen hier in den langen Laufzeiten über zwanzig Jahre und in unveränderlichen monatlichen Raten bis zur kompletten Tilgung.

Bei der derzeitigen Zinssituation ist das klassische Annuitätendarlehen eine günstige Finanzierungslösung. Überschaubare Laufzeiten und gleichbleibende Raten machen den Hauskauf sehr gut planbar. Überraschungen in Form von wechselnden Zinssätzen und damit höheren Kreditraten gibt es hierbei nicht.


Wer eine Anschlussfinanzierung benötigt, kann bei Abschluss eines Annuitätendarlehns ein Forward-Darlehen mit abschließen. Dieses sichert den niedrigen Zinssatz über die Laufzeit des Darlehensvertrages hinaus, nämlich für eine Anschlussfinanzierung. Hierbei ist zu bedenken, dass Zinsen nach oben und unten schwanken können. Unter Umständen zahlen Sie über das Forward-Darlehen einen höheren Zinssatz als allgemein verlangt wird. Auf den Service-Seiten zu Baufinanzierungen bei Immonet werden weitere Informationen zu Baudarlehen, Finanzierungsrechner, Baupreisindex, Baugeld und andere Finanzierungsthemen gegeben.


Beispielrechnung eines Annuitätendarlehens


Ihre Kreditsumme beträgt 220.000 Euro. Ein Prozent wird für die Tilgung des Darlehensbetrages gezahlt plus vier Prozent für die Zinsen, also insgesamt fünf Prozent. Wenn keine Sondertilgungen getätigt werden, zahlen Sie über knapp 36 Jahre einen monatlichen Betrag von 1.100 Euro, bis das Annuitätendarlehen komplett getilgt ist.


  • Bei 30 Jahren Laufzeit beträgt die monatliche Rate 1.181,01 Euro.
  • Bei 25 Jahren Laufzeit zahlen Sie monatlich 1.286,10 Euro.
  • Bei 20 Jahren Laufzeit ist die monatliche Belastung 1.451,90 Euro.

Bei gleichen Konditionen (Kreditsumme 220.000 Euro, Laufzeit 36 Jahre, ein Prozent Tilgung und vier Prozent Zinsen, monatliche Rate 1.100 Euro) verkürzt eine Sondertilgung von 1.000 Euro pro Jahr die Zeitschiene auf 30 Jahre, bei 2.000 Euro sogar auf 26 Jahre.


Beispielrechnung zum Volltilger-Darlehen


Es wird vertraglich vereinbart, dass die Kreditsumme von 220.000 Euro bei einem Prozent Tilgung und vier Prozent Zinsen nach 20 Jahren komplett abbezahlt sein muss. Die monatlichen Raten betragen dann 1.466,67 Euro. Ist die Laufzeit auf 15 Jahre festgelegt, zahlen Sie 1.741,64 Euro pro Monat. Sondertilgungen sind bei Volltilger-Darlehen nicht vorgesehen. Längere Laufzeiten als 20 Jahre werden allgemein nicht angeboten.


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