Bauversicherungen, auf die es ankommt

Foto: Xella Deutschland

Vom ersten Spatenstich bis zum Einzug tragen Sie die Verantwortung – egal, was passiert. Gut, wenn Sie sich auf alle Eventualitäten vorbereitet haben

Der Weg zum eigenen Haus ist lang. Während der gesamten Bauphase tragen Bauherren die Verantwortung – selbst für eventuell auftretende Probleme oder Schäden, auf die sie keinen Einfluss haben. Daher ist es ratsam, sich so gut wie möglich abzusichern.


Bauherren-Haftpflicht

Verantwortlicher Auftraggeber für die Baudurchführung ist der Bauherr. Er haftet für Schäden, die vom Bau oder vom Baugrundstück ausgehen. Stürzt ein Besucher in eine unbeleuchtete Baugrube oder richten lose Bauteile Schäden bei Sturm an: der Auftraggeber ist in der Pflicht. Eine Bauherren-Haftpflichtversicherung leistet nicht nur Schadensersatz, sondern wehrt auch unberechtigte Ansprüche ab. Meist gilt der Versicherungsschutz für maximal zwei Jahre. Kaufen Sie ein Grundstück, das Sie in absehbarer Zeit bebauen wollen, lohnt es sich, eine Bauherren-Haftpflicht direkt beim Kauf abzuschließen. Da aus dem Besitz des Grundstückes die Haftung mitversichert ist, wird der Abschluss einer extra Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung überflüssig.


Gesetzliche Unfallversicherung

Helfen Freunde während der Bauphase, wird zwischen „üblicher Gefälligkeitsleistung“ und „arbeitnehmerähnlicher Tätigkeit“ unterschieden. Hilft der Bruder kurz beim Abladen von Baumaterial, so ist das ein Fall von „Gefälligkeit“. Decken Freunde über mehrere Tage das Dach, handelt es sich um eine „arbeitnehmerähnliche Tätigkeit“. Sie muss – egal ob bezahlt oder nicht – unfallversichert werden. Bauhelfer müssen bei der Bau-Berufsgenossenschaft gemeldet und versichert werden. Aus der gesetzlichen Unfallversicherung resultieren Leistungen wie Therapien, berufliche Wiedereingliederung und Rente. Zwar sind Ihre Helfer auch ohne diese Meldung geschützt, doch sollte etwas passieren, wird ein Bußgeld von bis zu --10.000 Euro fällig. Der Mindestbeitrag für die gesetzliche Versicherung liegt bei 100 Euro und bemisst sich nach Arbeitsstunden. Im Osten Deutschlands wird ein Beitrag von 1,76 Euro pro Arbeitsstunde fällig, im Westen von 2 Euro. Als Bauherr sind Sie nicht verpflichtet, sich zu versichern. Sie sollten es jedoch freiwillig bei der Bau-Berufsgenossenschaft tun, falls Sie keine private Berufsunfähigkeits- oder Unfallver-sicherung vereinbaren können.


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Lesen Sie den ausführlichen Bericht mit Infos zu weiteren wichtigen Versicherungen ab Seite 120 in der Ausgabe Juli/August 2015 mein schönes zuhause°°°


Kristof Warda

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