Ruhe & Frieden - Stressabbau zu Weihnachten
Die Festtage verlangen uns allerhand ab, da kippt die Vorfreude schnell mal in Stress. Dabei lässt sich mit...

Dass der Magen leer ist, wenn man Hunger hat, leuchtet ein. Dass wir letztlich weniger essen, wenn wir uns bei Tisch pappsatt futtern, klingt dagegen paradox. Grund ist das Zusammenspiel von Magen und Gehirn. Dort wird nämlich zwischen „hungrig“ und „pappsatt“ hin- und hergezappt. Der Hypothalamus, eine Region im Zwischenhirn, sendet stetig Appetitsignale in Form von Botenstoffen durch den Körper. Das tut er, damit sichergestellt wird, dass der Grundumsatz an Energie für die Lebensfunktion wie Atmung, Herzschlag, Leberentgiftung und so weiter gedeckt ist. Vor dem Essen entfachen gleich sieben verschiedene dieser Botenstoffe ein wahres Appetitfeuerwerk. Sie signalisieren: Ganz schnell ran an die Töpfe!
Wenn man der Aufforderung folgt, kommt der Magen ins Spiel. Jeder Bissen füllt den ausgestatteten Muskelsack, der sich zunehmend dehnt. Spezielle Nerven, die an der Außenseite des Magens sitzen, ermitteln nun die mechanische Dehnung und schicken diese Impulse weiter an den Hypothalamus. Je größer die Dehnung, also je voller der Magen, desto höher die Frequenz an Sättigungssignalen, die die sogenannten Mechaorezeptoren ans Gehirn senden. „Dabei ist die aufgenommene Energie, also die Kalorienmenge, nicht ausschlaggebend für unser Hunger- oder Sättigungsgefühl.
Nur die Füllung des Magens ist entscheidend“, erklärt Dr. Volker Schusdziarra vom Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin der Technischen Universität München. Sobald der Magen richtig voll ist – in der Regel bei 400 Milliliter Nahrungsbrei, wird wieder zum Gehirn gezappt. Es reagiert, zieht die Bremse und schüttet Appetitzügler aus, Botenstoffe, die melden: Genug gegessen!
Hypothalamus und Mechaorezeptoren sind also ein ausgeklügeltes System, das sich gegenseitig beeinflusst und unseren Appetit reguliert. Allerdings ein störanfälliges Konstrukt: Sobald die ersten Portionen des Nahrungsbreis in den Dünndarm wandern, wird der Magen schlaffer und die Sättigungssignale werden schwächer. Die Appetitmelder beginnen wieder zu läuten, erst leise, dann immer lauter.
Wer in diesem Augenblick bei seinem Lieblingskonditor mit dem leckeren Apfelkuchen vorbeigeht, wird sofort wieder das Signal „Essen!“ vernehmen. Denn das Hungergefühl verstärkt sich durch Gerüche und Aromen. Das macht sich die Lebensmittelindustrie übrigens zunutze und produziert mit künstlichen Aromen und unechten Geschmacksverstärkern wahre Heißhungerattacken.
Diese Angriffe pariert man am besten mit: Essen! Die Münchener Ernährungswissenschaftler raten: Essen Sie sich an leckeren, kalorienarmen Lebensmitteln satt und genießen Sie in vollen Zügen.