Was ins Glas kommt - Weinschorle

Schon seit dem 18. Jahrhundert ist der Begriff in aller Munde, dialektisch geprägt als Schorlemorle oder Schurrmurr.
Die Schorlenphilosophie ist in Deutschland sehr unterschiedlich. Während in Rheinland-Pfalz eher ein Spritzer kohlensäurehaltiges Wasser in den Wein gehört, wird in Norddeutschland eins zu eins vermengt und noch ein Zitronenschnitz hinzugefügt. Für den Mix eignen sich kräftige QBA- oder Kabinettweine mit fruchtigem Aroma, wie Kerner, Scheurebe, aber auch Riesling. Verschorlen kann man dann nach Gefühl und Gusto.
Ich empfehle Ihnen zwei tolle Sommerweine aus der preisgünstigen Literflasche und, um den Weingeschmack nicht zu verfälschen, ein Mineralwasser mit geringem Natriumgehalt, da in Verbindung mit Chlorid sonst schnell eine salzige Note das Weinaroma trübt.
2007 Rivaner trocken Hauck, Rheinhessen: ein unkomplizierter, leichter, fruchtiger und säurearmer Weißwein mit tropischem Papayaduft in der Nase und am Gaumen heimischer vollreifer Apfel. Mit einem natürlichen Mineralwasser die Sommerfrische im Glas schlechthin.
2007 Riesling trocken Kindenheimer Grafenstück, Neiss, Pfalz: Axel Neiss ist eines unserer Paradebeispiele dafür, wie die junge Winzergeneration die elterlichen Betriebe ummodelt und qualitätsbewusst nach vorne treibt. So ist auch der Riesling in der Literflasche nicht etwa ein aromatisches Stiefkind, sondern ein strahlend klarer Riesling mit sortentypischen Aprikosenaromen, feiner Mineralität und dezenter Säure.







