So schmeckt Weihnachten!
Margit Schönberger, Autorin und Journalistin, vor allem aber Feinschmeckerin, über ihre kulinarischen...

Spanferkel mit Rosinen, gewürzt mit Mandeln, Zimt und Nelken. Gekochte Bohnen mit Quittenpaste. Bis etwa Mitte des 16. Jahrhunderts standen süße Speisen auf dem Tisch, jedes Hauptgericht enthielt Zucker. Heute müssen wir uns den Nachtisch verdienen. Erst nach dem Hauptgericht werden die Desserts serviert, quasi als Belohnung, dass man brav aufgegessen hat.
Der Speiseplan richtete sich im Mittelalter und in der Renaissance nach dem Angebot, das, wie man weiß, nicht immer reichlich war. Als es irgendwann von allem genug gab, revolutionierte eine neue Vorstellung von schmackhafter Küche und richtiger Ernährung die Esskultur. Nicht mehr das Angebot bestimmte, was auf die Tafel kam, sondern Ernährungstheorien der Ärzte. Zucker etwa fiel bei den Wissenschaftlern in Ungnade, nachdem sie feststellten, dass er unter anderem die Zähne schwärzte.
Selbstverständlich strichen daraufhin die Köche das „Gift“ von ihren Speiseplänen. Oder verbannten es zumindest ans Ende der Speisefolge. Das Dessert, die Nachspeise, wurde geboren.
In den USA findet aktuell eine erneute Revolution statt. Dort sind „Dessert-only-Restaurants“ auf dem Vormarsch, die ungeniert die Lust auf süßen Genuss propagieren. Wie beispielsweise im „Chika-Licious“ in New Yorks East 10th Street. Hier geht es nur um Luxus, Genuss, Hingabe, Schwelgen. Und um Schwärmereien für süße Sünden, wie die warme Schokoladentarte mit pinkem Pfeffer-Eis oder die Lemongras-Panna Cotta mit Cantaloupe Melon-Sorbet. Hamburg zieht nach. In der Dessertbar „Prinsessan“ von Roman Witt darf man sich an Köstlichkeiten wie Mille Feuille mit Beeren und Vanille-Quarkmousse erfreuen. Für alle, die sich mit dem ersten Gang belohnen wollen: unser Schokokuchen mit Mangoragout!
Schokokuchen vom Grill
Für den Schokokuchen: 150 g Zartbitterschokolade, 75 g Butter, 3 Eier, 2 cl Rum, 1 Prise Salz, 100 g Zucker, 100 g Mehl, 1 TL Backpulver
Schokolade mit der Butter über einem heißen Wasserbad schmelzen. Eier trennen und Eigelbe unter die Mischung rühren, den Rum zufügen und alles gut aufschlagen. Eiweiß mit Salz zu steifem Schnee schlagen, dabei langsam den Zucker einrieseln lassen. Den Eischnee zusammen mit der Mehl-Backpulver-Mischung zu der Schokomasse geben und behutsam unterheben. Die Masse in eine gebutterte und mit Mehl ausgestäubte runde, tiefe Aluschale füllen und im geschlossenen Grill bei 160 Grad 35 bis 40 Minuten grillen.
Für das Mangoragout: 3 Thai-Mangos, 2 EL Zucker, Saft und abgeriebene Schale 1 Zitrone, Mark von 1 Vanilleschote, 1 EL Honig, Puderzucker oder Kakao, 6 Kugeln Kokoseiscreme
Mangos schälen, Fruchtfleisch in Rauten schneiden. Das restliche Fruchtfleisch vom Kern lösen und pürieren. Das Püree mit Zucker, Zitronensaft und -schale, Vanillemark und Honig mischen. Die Mangorauten hinzugeben und darin marinieren. Den Kuchen mit Puderzucker oder Kakao bestäuben, in Stücke teilen, mit dem Mangoragout und Kokoseis servieren.