Veranstaltungstipps: Baden
Was, wann und wo in der Weinregion Baden Veranstaltungen stattfinden haben wir Ihnen hier in einer Übersicht...

Wer über Rotwein nur weiß, dass er im Bereich gemäßigter Zimmertemperatur getrunken wird, weiß nicht alles. Denn für erklärte Rotweintrinker gibt es, gerade in der warmen Jahreszeit, die leichten Roten. „Wenn im Frühsommer alles licht und leicht wird“, sagt Gisela Krug, „mögen wir die transparenten, leichten Rotweine, die, fast so kühl wie Weißwein getrunken, auch an heißen Tagen schön erfrischen.“ Begleiten sie ein Essen mit Speisen der Mittelmeerküche, mit Fisch, Oliven, Tomaten und Kräutern, vermisst man den Süden nicht mehr gar zu sehr.
Leichte Rotweine haben einen Alkoholgehalt von maximal zwölf Volumenprozent und weniger Körper, das heißt, sie sind weniger dicht und oft auch nicht so intensiv in der Farbe. Da sie möglichst frisch getrunken werden sollen, wie der klassische Beaujolais, ein Musterexemplar eines leichten Roten, achten Sie beim Kauf stets auf die jüngeren Jahrgänge. Liegen die lange im Keller, werden sie nicht besser, sondern verlieren ihre jugendliche Frische und wirken dann nur noch blass.
„Dass leichte Rotweine unkomplizierte Gesellschafter sind“, sagt die Expertin, „bedeutet keineswegs, dass sie belanglos wären. Sie können wunderbar fruchtige Aromen entwickeln. Sangiovese-Trauben aus dem Chianti ergeben oft eine frische Sauerkirschnote, andere Rebsorten zeigen Cassis- oder Schwarzkirschtöne.“ Um solche Aromen – exzellente Weinnasen können bis zu 500 verschiedene unterscheiden – zu riechen und zu schmecken, bedarf es allerdings einiger Übung. Mancher schafft es nie. Wird man aber von einem Kenner darauf hingewiesen, erlebt man vielleicht eine Offenbarung. Um die guten unter den leichten Roten herauszufinden, braucht es schon versierten Rat, am besten vom vertrauenswürdigen Fachhändler.
Da zarte Rotweine nur kurze Zeit auf der Maische liegen, beziehen sie ihre Aromen aus dem Fruchtfleisch und dem Saft, weniger aus den Schalen, und haben deshalb auch nur wenig Gerbsäure (Tannin). Das wissen gerade Anfänger, die erst Weinkenner werden wollen, zu schätzen: Die Weine schmeicheln dem Gaumen und machen keine raue Zunge. Viele Winzer schonen die Aromen zusätzlich durch spezielle Kellertechniken.
Rosés übrigens werden stets aus roten Rebsorten gekeltert. Ihre zarte Farbe rührt daher, dass sie oft nur Stunden auf der Maische liegen. Sie haben selten einen ausgeprägten Charakter und passen deshalb zu vielen Gelegenheiten. Zu einem fröhlichen sommerlichen Picknick sind sie in jedem Fall eine gute Wahl.