Mein Schönes Zuhause³
Schöne Häuser, schöne Gärten, schöner Leben. Hatte Ihr Mann nicht versprochen, dass Sie es schön haben werden …?

„Die Frau“, meint Buchautor Jörg Zittlau. „Alleine schon, weil sie beim alltäglichen Kochen probiert, ob ihr Essen gut schmeckt.“ „Wenn es ums Besondere geht, der Mann“, behauptet Starkoch Ralf Zacherl. Weil einer wie er immer nach neuen geschmacklichen Anreizen Ausschau hält. „Ein Selleriepüree mit ein bisschen Chili und Zitrone gewürzt – das verpasst einem ehrlichen und bodenständigen Gericht Humor“, so der TV-Koch.
„Kulinarischer Sensationssucher“
„Kulinarischer Sensationssucher“ heißt seine Spezies im wissenschaftlichen Fachjargon: Während ER gewürzte und scharfe Speisen liebt, zieht SIE gesunde und klar definierte Gerichte vor. ER mag Thaisuppe, SIE Salat mit Sojasprossen. Wer kann da noch behaupten, der Geschmack habe nichts mit dem Geschlecht zu tun. „In der Küche wird der ultimative Emanzipationskampf ausgefochten“, sagt Jörg Zittlau. Denn noch immer werden die Frauen hinter den Herd verbannt, um die triviale Versorgung sicherzustellen.
Geht es aber darum, sich als Kulturträger der kulinarischen Gesellschaft zu profilieren, dann treten die Männer auf den Plan. „Absoluter Höhepunkt dieses Verhaltens sind die Männerkochclubs“, findet der Bremer Bestsellerautor. „Da tobt sich eine Horde Herren am Herd aus, klopft sich nach dem Braten des Steaks gegenseitig auf die Schulter und hinterlässt, nachdem sie sich den Bauch voll gehauen hat, ein heilloses Chaos in der Küche. Wer macht das weg? Eine PutzFRAU!“
Die Damen stecken in einem Dilemma
Wohl deshalb sind es denn auch hauptsächlich Männer, die den guten Geschmack in die Welt hinaustragen, und werden mehr Männer als Frauen mit Michelin-Sternen und Mützen ausgezeichnet, während Frauen noch immer ganz schnöde „Essen zubereiten“. „Das alltägliche Kochen im Haushalt ist ein undankbares Geschäft“, gesteht Ralf Zacherl. Doch warum nur lässt sich die Frau noch immer in der Küche die Butter vom Brot nehmen? „Ich denke, die Damen stecken in einem großen Dilemma: Einerseits erwarten sie mindestens dasselbe Lob, das den Männern zuteil wird, wenn die mal für Freunde den Löffel schwingen. Andererseits wollen sie nicht riskieren, dass ihnen der Kerl sagt: Siehst du, du kochst besser als ich – mach mal weiter“, glaubt Jörg Zittlau.
Raus kommen Mann und Frau aus der Misere nur, wenn das Kochen gemeinsame Sache wird. „Das kollektive Kochen ist das Vorspiel zum kulinarischen Hoch-Genuss“, so Autor Jörg Zittlau. Weil beim Kochen mit den Händen, mit der Nase und dem Mund gearbeitet wird. „Sinnlicher geht es nicht mehr“, ist sich auch Ralf Zacherl sicher.
Die Frauen, die neben ihm in Kochsendungen einen Platz haben, sind rar. Doch die wenigen Kolleginnen überschüttet der TV-Gourmet mit reichlich Lob und Respekt. „Bei Carmen Fischer habe ich die beste Gans meines Lebens gegessen. Die war perfekt, kein Brimborium, super gewürzt und absolut lecker!“ In diesem Sinne: Lassen Sie es sich gemeinsam schmecken!