Ein Plädoyer für den Wein

Die Weinkolumne von Peter Wiese

Die Weinkolumne von Peter Wiese: Bei der gegenwärtigen Diskussion um Alltags­drogen kann man als Weintrinker Angst vor drohender Diskriminierung als „Gewohnheits­säufer“ bekommen. Lassen Sie mal ohne schlechtes Gewissen verlauten, dass Sie jeden Abend ein Glas Wein trinken …

Wein ist ein Kulturgut, trägt zur Le­bensfreude bei und ist bei sachge­mäßer Anwen­dung tatsächlich gesund. Speziell Weißwein liefert Mineral­stoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen, Vita­min C und B6. Rotwein enthält Phe­nole, die antioxidativ wirken, das „böse“ HDL-Cholesterin senken und freie Radikale einfangen.


Na­tür­lich halten auch Trauben und anderes Obst Phenole bereit, jedoch in weit geringerem Maße. Abgesehen davon, dass der Alkohol die Aufnahme der Phenole vom Darm ins Blut fördert. Nicht zu vergessen die Wirkung von Wein auf die Psyche. Er entspannt und regt durch Erhöhung des Serotoninspiegels, der im zentralen Ner­ven­system die Stim­mungslage und Kon­zentrationsfähigkeit regelt, zugleich an Na­türlich nur, wie gesagt, bei sachge­mä­ßer Anwendung. Es gilt die Faustregel: bei guter Gesundheit für Frauen ein Glas Wein pro Tag, für Männer zwei.


Völlig subjektiv und nicht ganz ernst zu nehmen, meine Empfehlungen aus der „Rindchen-Weinapotheke“: Bei gedrückter Stimmung, Weltschmerz und Müdigkeit muss etwas Prickelndes her. Der schmelzige Cremant aus dem El­sass von Ebelmann treibt mit jedem sprudelnden Bläschen das Stimmungs­baro­me­ter in die Höhe. (Cremant d‘Alsace, Wein­­gut Ebelmann, Elsass,10,95 Euro).


Ras­t­losigkeit und Stress schreien nach einer Rotweintherapie. Hier möchte ich Ihnen den Spätbur­gunder vom Weingut Teschke aus Rheinhessen ans Herz legen. Nicht schwer und belastend, sondern fein­sinnig und mineralisch umschmeichelt er das an­geschlagene Nerven­kos­tüm. (Pinot Noir, Weingut Teschke, Rhein­hessen, 6,95 Euro).


Bei nahender Erkältung muss der Vita­min-C-Haushalt aufgepäppelt werden. Der wohl sexieste Lieferant ist ein deftiger Ker­ner, hier aus dem Hause Hauck, der halbtrocken, fruchtig und kräuterig sich genauso gesundheitsfördernd anhört, wie er ist. (Kerner Kabinett halbtrocken, Wein­gut Hauck, Rheinhessen, 4,25 Euro). Gute Gesundheit!


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