So schmeckt Weihnachten!
Margit Schönberger, Autorin und Journalistin, vor allem aber Feinschmeckerin, über ihre kulinarischen...

Rosa ist Tanja Grandits Lieblingsfarbe. Aber die Farben der Rose ergeben nicht nur schöne farbliche Akzente auf dem Teller. „Rosen eröffnen dem Genießer ganz neue Geschmackswelten“, findet die mit 16 „Gault Millau“-Punkten ausgezeichnete Köchin aus der Schweiz. Wohl deshalb ist sie mutig genug, an eine Salsa zur Rotbarbe Rosenwasser zu geben. „Es verleiht dem Gericht einen zarten sinnlichen Duft und Geschmack“, so Tanja Grandits.
Experimentierfreude steckt auch in den Rezepten von Kräuterexpertin Waltraud Witteler und Andreas Meier, Souschef des „Lobster“ in der Oberpfalz. Ein sonst schlichter Dip zu Rohkost bekommt plötzlich durch Giersch einen interessanten Petersilien-Spinat-ähnlichen Geschmack.
Blumen im Essen bereiten eben nicht nur den Augen Freude, sie verstärken auch subtil die Kräuterwürze. So schmecken die Brennnesselnudeln von Rolf Zacherl raffiniert herb und geben dem dazugehörigen Zucchinigemüse eine kräftige Note. Noch ein Beispiel: Getrockneter Lavendel aus der Mühle intensiviert den Geschmack süßlicher Gerichte.
Dahlien im Salat, Fuchsien zu Früchten, Gänseblümchen aufs Brot. Doch nicht alles, was blüht, gehört auf den Teller. Maiglöckchen, Goldregen und Herbstzeitlose sind tabu, weil giftig. Dafür zieren wiederum Veilchen, Zichorien und Ringelblumen gerne Speis und Trank.
Rotbarbe mit Rosencouscous und Salsa rosa
Für 4 Personen: 4 Rotbarbenfilets à 100–120 g,100 g Couscous, 100 ml Wasser, 80 ml Rote-Beete-Saft, Salz, Pfeffer aus der Mühle, 1 EL Rosenblütenwasser, 1 EL Olivenöl
Salsa rosa: 2 EL brauner Zucker, 1 EL Rote-Beete-Saft, 1 EL Thai-Fischsauce, 1 EL rote Chili, fein gewürfelt, 2 EL Himbeeressig, 1 EL rote Zwiebeln, gewürfelt, 2 EL Radieschenwürfel, 1 EL rosa Sushi-Ingwer, gewürfelt, 1 EL Rosenwasser als Garnitur: ungespritzte Rosenblütenblätter
Die Fischfilets mit Salz und rosa Pfeffer würzen. Das Öl in der Pfanne erhitzen und den Fisch darin zuerst auf der Hautseite 1 Minute braten, wenden und auf der zweiten Seite nur noch wenige Sekunden braten. Den Couscous in eine Schüssel geben und mit dem Wasser und dem Rote-Beete-Saft übergießen. Mit Salz und Pfeffer würzen und 10 Minuten quellen lassen. Mit einer Gabel auflockern, das Rosenblütenwasser und das Olivenöl darunterrühren. Für die Salsa rosa den Zucker mit Rote-Beete-Saft, Fischsauce, Chili und Essig erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Abkühlen lassen und mit den restlichen Zutaten mischen. Die Fischfilets mit dem Couscous un der Salsa rosa anrichten und mit den Rosenblättern bestreuen. aus: „Aroma pur“
Rezept: Rosensalz
„Mit Rosensalz bekommen Lamm, Fisch, Reis oder Gemüse eine romantisch-blumige Note“, findet die Star-Köchin Tanja Grandits. 10 g getrocknete ungespritzte Duftrosenblätter im Mörser fein zerreiben. 40 g Fleur de Sel dazugeben und zu einem feinen Rosensalz mörsern. In einem Glas luftdicht verschlossen aufbewahren.
Sommerblüten-Bowle
Für 2 Liter Bowle: 2 Blütenzweige Labkraut, 2 Blütenzweige Giersch, 1 Blütenzweig Mädesüß, 2 Zweige frische Pfefferminze, 1 Zweig frische Melisse, 1/2 unbehandelte Zitrone, 1 l stilles Mineralwasser, 1 l kohlensäurehaltiges Mineralwasser
Die gewaschenen Blüten- und Kräuterzweige mit Küchengarn oder einem sauberen, nicht ausfärbenden Faden zu einem Strauß binden und in ein Bowlengefäß legen. Die Zitrone mit heißem Wasser von der Wachsschicht befreien, in feine Scheiben schneiden und über die Blüten legen. Mit dem stillen Wasser aufgießen und 10–15 Minuten kühl stellen. Den Blumenstrauß herausnehmen. Kohlensäurehaltiges Mineralwasser zugeben und die Bowle als erfrischendes Sommergetränk servieren. Für die süße Variante für Kinder und alle, die es weniger herb lieben: den Blütenzweig Mädesüß weglassen und durch 2–3 zusätzliche Blütenzweige Labkraut ersetzen. Außerdem dem Ansatz noch knapp 150 g braunen Zucker beigeben.
Lachs auf Kornblumen und Klatschmohn
Für 4 Personen: 4 Handvoll Klatschmohn-Blütenblätter, 2 Handvoll Kornblumen-Blütenblätter, 2 Tassen Basmatireis, 4 Lachssteaks à 180 g, 200 ml Fischfond, Salz, Pfeffer, 1 Schuss Pernod, als Garnitur: 1 Handvoll Kamillen-Blütenblätter
Den Reis waschen. In einer Schüssel mit Wasser 30 Minuten einweichen. Reichlich frisches Wasser mit 1 TL Salz zum Kochen bringen. Eingeweichten Reis abgießen, ins kochende Wasser geben und in 5–7 Minuten sprudelnd „al dente“ kochen. Reis in ein Sieb abgießen und zurück in den Topf geben. Den Topfdeckel in ein sauberes Tuch einschlagen und fest aufsetzen, Herd ausschalten. Den Reis 20 Minuten dämpfen lassen. Die Teller mit Mohn- und Kornblumen-Blütenblättern auslegen. Fischfond in einem Topf erhitzen und mit Salz, Pfeffer und Pernod abschmecken. Die Lachssteaks zugeben und in 3–5 Minuten gar ziehen lassen. Die Lachssteaks und den Reis mittig platzieren, etwas Fischfond über den Lachs träufeln und mit Kamillenblüten garnieren.