Design im Bauernhaus
Gaby Wehling und Frank Kruner haben ihr Bauernhaus nahe Recklinghausen in Eigenarbeit von Grund auf saniert. Doch an...
Eine gute Küche überlebt heute im Schnitt drei Autos, begleitet ein Baby bis zum Abitur und feiert im besten Fall die Silberhochzeit mit. Das wissen auch die Küchenplaner Wieser. Für sie sind ausgiebige Kundenberatungen selbstverständlich, Sonderanfertigungen zum Festpreis Alltag – und wenn die Küche nicht ins Zimmer passt, wird eben das Zimmer der Küche angepasst.











Ich gebe meinen Handwerkern zum Einbauen einer Küche so viel Zeit, wie sie brauchen.” Diese gelassenen Worte von Peter Wieser (55), Gründer des Familienunternehmens Küchen und Plan Wieser Vertriebs GmbH aus dem bayerischen Fürstenfeldbruck, würden Unternehmensberatern wohl Falten in die Stirn treiben. Es hebt den Küchenspezialisten angenehm von anderen ab, dass er weder mit dem höchsten Tempo lockt noch mit dem kleinsten Geld. Angebote mit 50 Prozent Rabatt als Werbung in der Tagespost sind für Peter Wieser Betrug am Kunden. „Küchen zum Minifestpreis entpuppen sich schnell als Fass ohne Boden. In den seltensten Fällen passt zu Hause alles so, wie es im Laden gezeigt wurde. Ungenaue Vermessungen und Eilberatung führen zu Mehraufwand, der dem Kunden locker mal ein Drittel an zusätzlichen Kosten abverlangt. Eine Wieser-Küche ist unterm Strich keinen Cent teurer, aber ehrlicher. Was der Kunde unterschreibt, erhält er – ohne Aufpreis, mit 5 Jahren Herstellergarantie und Hausservice, der weit darüber hinaus reicht. Auch wenn Sie ein defektes Teil einer vor 15 Jahren gefertigten Küche zu uns bringen, kümmern wir uns um Ersatz. Existiert die Firma oder das Produkt nicht mehr, fertigen wir es eben selbst an”, so Peter Wieser.
Nicole Wieser: „Ich bin mehr Technik-Freak als so mancher Mann und weiß genau, wie viel PS unter jeder Küchen-,Haube’ stecken.”
Peter Wieser: „Innovationen, wie der erste höher platzierte Geschirrspüler, waren bei uns lange vor der industriellen Produktion Standard"
Der dreifache Powerriegel
Die Wiesers funktionieren wie ein Schweizer Uhrwerk. Peter Wieser, der seine Schreinerlehre 1971 beendete, ist von der damals erlebten Akribie bis heute geprägt. „Ich sah während meiner hervorragenden Ausbildung kein einziges Stück Pressspanplatte und lernte, auf den Zehntel Millimeter genau zu arbeiten. Diese handwerkliche Präzision, verbunden mit der Liebe zum Detail vom ersten Kundengespräch bis zur Endabnahme, ist das Credo meines neunköpfigen Teams.” Maria Wieser ist die Seele des Unternehmens. Sie schaut sich ihre Kunden genau an. Kreativ, Design, Klassik und Romantik sind die vier Säulen der Wieser-Küchen. Wer mehr möchte, bekommt einen ganzheitlichen Raumgestaltungsvorschlag dazu. „Meine Mission ist die sanfte Führung unserer Kunden zur Wahl des Richtigen, schließlich will ich ihnen in zehn Jahren noch in die Augen schauen können. Sparen am falschen Ende rächt sich in der Regel erst dann, wenn die Monteure längst über alle Berge sind.”
Tochter Nicole Wieser, 26, hämmerte schon mit sechs Jahren in Papas Werkstatt. Heute ist sie die Königin der Technik im Hause und fachsimpelt genauso kompetent über Raumunterdruck durch Absauger wie über die molekularen Vorteile, die Granitstein gegenüber künstlichem Material bietet – natürlich nur, wenn so viel profunde Kenntnisse den Kunden interessieren. Das Fach wissen er langte sie an der Möbelfachschule Köln. „Einrichtungsfach beraterin“ nennt sich ihr mittlerweile anerkannter Ausbildungsberuf, der erst durch die Verbundgruppe für Küchenspezialisten DER KREIS geschaffen wurde.
Nicole Wieser: „Die meisten Kunden wissen nicht, welches die richtige Arbeitshöhe ist, in welchen Schubkästen die Gewürze am sinnvollsten verstaut sind und warum falsch positioniertes Licht selbst die teuerste Küche unbrauchbar macht. Solche Details verschlingen pro Projekt bis zu 50 Stunden Planung. Hier liegt das Geheimnis unserer vollen Auftragsbücher: Am Schluss funktioniert und passt einfach alles.”
Innovationen made by Wieser
Mit jährlich 70 bis 100 verkauften Küchen der Oberklasse hat sich die handwerkliche Kompetenz des seit 25 Jahren existierenden Familienunternehmens weit über die Grenzen der bayerischen Kreisstadt Fürstenfeldbruck herumgesprochen. Peter Wieser: „90 Prozent unserer Kundschaft kommen auf Empfehlung. Erst kürzlich begrüssten wir die Kinder hier als neue Kunden, deren Eltern wir vor 20 Jahren eine Küche einbauten. Andere gaben uns ihre Wohnungsschlüssel und fuhren in den Urlaub. Auf so viel Vertrauen der Kunden sind wir schon stolz."
Da, wo andere aufgeben, läuft Peter Wieser erst richtig zur Hochform auf. „Montieren Sie mal eine Küche in einem Blockhaus. Das senkt und streckt sich jedes Jahr bis zu 5 Zentimeter. Dafür haben wir ein eigenes Schienensystem entwickelt, durch das sich die Schränke wie in einem Schlitten auf- und abwärts bewegen. Zwei weitere Beispiele: Der hoch platzierte Backofen ist heute fast überall zu finden. Einen Geschirrspüler auf Arbeitshöhe kennen aber die wenigsten, obwohl der täglich benutzt wird. So mancher Hexenschuss rührt vom Bücken während des Ausräumens her. Genau so viel Sinn macht ein erhöhter Mülleimer. Beides haben wir entwickelt, bevor die Industrie solchen Komfort standardisierte.
Stichwort Sicherheit: Moderne Dunst abzugshauben ziehen bis zu 1.200 Ku bikmeter Luft pro Stunde aus einem Zimmer. Da können Sie sich leicht ausrechnen, wie schnell ein gefähr licher Unterdruck entsteht. Für so etwas benötigen Sie ein Steuersystem, das automatisch ein Fenster in einem anderen Raum öffnet und schließt. Das ist bei uns selbstverständlich und wird immer mit eingeplant.”
In Zusammenarbeit mit der Firma Granberg bietet Wieser-Küchen auch behindertengerechte Lösungen an. „Schwere Arbeitsflächenschweben frei unterfahrbar auf und ab, Hängeschränke bewegen sich diagonal, damit trotz Rollstuhl selbst der letzte Teller erreicht wird. So erfüllen wir auch diesen Menschen den Traum von einer High-Tech-Küche.”
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