Bad und Wellness Trend 1: soft bathroom
Warum nicht rund? Das künftige Avantgarde-Bad rüstet nicht auf, sondern gibt nach....
Wo hat man heute noch seine Ruhe? Im Bad? Irrtum. Denn auch hier werden Sie sichtbar oder unsichtbar von der neuesten Technik umgarnt. Licht, Duft, Farbe, Musik schaffen eine Erlebnis- oder Entspannungswelt.








In der Wanne liegen, den funkelnden Sternenhimmel anschauen, einen Hauch Rosenduft einatmen und gelöst der Musik lauschen. Dabei simulieren Lichtsteuerungen einen romantischen Sommernachtsabend und der Bildschirm ein wohliges Kaminfeuer. Mit der Fernbedienung in der Hand kann man sich diese Badidylle in den eigenen vier Wänden zaubern. Was momentan noch aufwendig und teuer zu installieren ist, könnte bald zur Standardausrüstung eines Bades avancieren. Können Sie sich eine Küche ohne Geschirrspülautomat vorstellen? Eben.
Die Metamorphose des Bades von der Nasszelle zum Wohlfühl-Tempel beflügelt nicht nur die Fantasie namhafter Designer, auch die Unterhaltungsbranche wittert einen neuen lukrativen Absatzmarkt. Seitdem Fernseher so flach wie Glasscheiben sind, Touchscreens Tastaturen ersetzen, Lautsprecher unsichtbar und scheinbar aus allen Richtungen Räume in akustische Vibrationen versetzen, hält diese Technik Einzug im Badezimmer. Noch vor wenigen Jahren mangels entsprechender Geräte undenkbar.
Badplaner Wolfgang und Renate John aus dem kleinen Ort Heistenbach in der Nähe von Limburg statten seit über 5 Jahren Bäder mit unsichtbaren Licht- und Soundeffekten aus. Sie gehören zum exklusiven Kreis von 21 Unternehmen, die unter dem Qualitätssiegel „Aqua cultura" Bäder der Premiumklasse anbieten. Der Name erinnert an die Badkultur der alten Römer, bei denen sich Aqua Cultura mit einem enormen, sinnesfreudigen Aufwand und Luxus verband.
Herr John, wie sieht ein typischer Morgen in einem Multimedia-Bad aus?
Wolfgang John: Sie lesen beim Rasieren in Ihrem Spiegel auf Knopfdruck schnell mal den Wetterbericht, überfliegen den Börsenticker oder schauen nach den Staumeldungen. Ihre Frau hingegen liebt es, bei Muntermacher-Musik ihr Make-up aufzulegen, der Sohn kommt wieder fast zu spät zur Schule, weil sein Hörbuch so spannend ist. Jeder kann sich seine Atmosphäre schaffen. Der Wohlfühlfaktor wird durch die akustischen und visuellen Sinne erheblich gesteigert.
Welche Wünsche werden in punkto Integration von technischen Finessen und Funktionalität an Sie herangetragen?
Wolfgang John: Es gibt extrovertierte Menschen, die gern zeigen, was sie haben. Da kann die Designeranlage von Bang und Olufsen gar nicht genug auffallen. Andere Kunden sind eher puristisch, legen Wert auf klare Linien. Wir können alle Technik so integrieren, dass sie davon nichts sehen. Unter der „Ciling”-Spanndecke verstecken wir Radio und Lautsprecher. Mit einer Fernbedienung ist Musik an jeder Stelle im Raum gleichmäßig zu hören. Die Firma ad notam integriert einen Bildschirm so im Spiegel, dass man ihn erst wahrnimmt, wenn er eingeschaltet wird.
Sind solche Einbauten nicht auch in Eigenregie zu bewerkstelligen?
Wolfgang John: Ich würde abraten. Wer sich seinen Traum vom individuellen Multimedia-Bad erfüllen möchte, sollte erfahrene Badeinrichter mit der Planung beauftragen. Ein Experte hilft, die Geräte so auszuwählen, dass sie den Bedürfnissen und Gewohnheiten der Kunden entsprechen und nicht nur eine Ansammlung neuester Produkte sind. Zum anderen sorgen wir Profis dafür, dass sie richtig eingebaut werden, also sowohl technische als auch Sicherheitsrichtlinien eingehalten werden.
Wie wird das Multimedia-Bad von morgen aussehen?
Wolfgang John: Es gibt heute schon unzählige Möglichkeiten, sich sein Unikat-Bad zusammenzustellen. Stichwort: alle Sinne ansprechen. Wir arbeiten eng mit der Firma Invatronic zusammen, die Steuerungstechnik für das Bad entwickelt hat. Mithilfe von vorprogrammierten Abläufen kann zum Beispiel durch Berühren eines Bildschirms oder eines Tasters eine spezielle Stimmung abgerufen werden. Diese entsteht durch ein Zusammenspiel von Licht, Duft, Farbe und Musik. Stellen Sie sich ein Bad vor, das wie ein Sonnenuntergang angeleuchtet wird, in dem Rosenduft dezent den Raum füllt und Ihre Lieblingsmusik Erinnerungen wachruft. Diese Kombination ist Urlaub auf Knopfdruck.
Frank Siebold
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