Glüh im Ganze dieses Glückes
... blühe deutsches Gartenland: neues, schönes dosiert eingesetzes Licht für ihr grünes Wohnzimmer
Mit dem neuen Haus wächst der Wunsch nach neuer Erleuchtung. Ratgebende Lichtgestalt an unserer Seite: die renommierte Hamburger Lichtplanerin Ulrike Brandi. Nach Wohn-Ess-Bereich, Küche und Bad, nach Eingang, Diele, Innentreppe und Terrasse heute zum Abschluss unserer Serie: Schlafzimmer und Kinderzimmer
Über die allgemeine Bedeutung von Schlafzimmern muss man sich nicht mehr verbreiten – ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch in 'Morpheus Armen' – über die oft stiefmütterliche Behandlung dieses Raumes hingegen schon. Sein Schattendasein betrifft vielfach die Lichtverhältnisse, selbst wenn es nicht so schlimm wie in vielen Hotels kommen muss, wo Nachttischleuchten fast nie lesetaugliches Licht liefern. Die Erklärung von Ulrike Brandi und ihrer Kollegin Katharina von Bock zu diesem Phänomen: „Die Leuchten werden wohl in erster Linie aus dekorativen Gründen ausgewählt statt unter lichttechnischem Aspekt. Ein anderer Grund könnte sein, dass man den Gast lieber an der Hotelbar als beim Lesen im Zimmer haben will.“
Auch für private Schlafzimmer sieht Frau Brandi manches Imageproblem: „Obwohl längst überholt, weckt das Elternschlafzimmer bei manchen die Erinnerung an einen düsteren Raum mit schweren Gardinen, die nicht nur vor den Blicken der Nachbarn schützen, sondern auch das Tageslicht ausschließen. Selbst wenn dieses Szenario nur noch selten auftritt, ist das Schlafzimmer nach wie vor kaum für weitere Nutzungen vorgesehen. Die Kausalität bildet dabei das Licht: Durch schlechte Planung wird der Aufenthalt ganz aufs Schlafen begrenzt. Eine Nutzung allein zum Schlafen verleitet aber dazu, Lichtplanung zu vernachlässigen.“
Was sollte der Leitgedanke für funktionelles und zugleich schönes Licht im Schlafraum sein? „Mittels Licht und unterschiedlicher Lichtszenen“, erwidert Katharina von Bock, „kann in dem Raum eine Atmosphäre entstehen, die dazu einlädt hier zu verweilen und auch anderen, zuvor ausgelagerten Tätigkeiten nachzugehen. Unterschiedliche Lichtquellen ermöglichen das.“
Frau von Bock nennt daher die Frage, ob im Schlafraum nicht Stimmungslicht ausreiche und eine Deckenleuchte überhaupt erforderlich sei, „ermüdend, denn es gibt stets mehrere Gestaltungsziele, die zu erreichen sich lohnt. Ebenso wie in anderen Wohnräumen ist im Schlafzimmer angemessene Helligkeit zu empfehlen, auch wenn diese in den meisten Fällen beispielsweise gedimmt ist.“
Trotz oder gerade wegen des Stimmungsfaktors, der für den Schlafbereich von besonderer Bedeutung ist, raten die Lichtplanerinnen wenn nicht gänzlich ab, so doch zu größter Zurückhaltung beim Einsatz von farbigem Licht. Ulrike Brandi ziemlich kategorisch: „Kein Stress im Schlafzimmer! Visuelle Entspannung ist an diesem Ort gefragt. Farbiges Licht sollte unserer Meinung nach sowieso stets mit Vorsicht verwendet werden – dies aber aus rein ästhetischen und gestalterischen Gründen. Farbiges Licht kann einen Ort entfremden und den Nutzer in eine andere, unvertraute Welt entführen. Eine solche Installation ist eher als zusätzliches Element zu verwenden; die allgemeine Beleuchtung kann es nur schwer ersetzen.“

Die Experten von moll, führend in der Herstellung ergonomisch sinnvoller Schreibmöbel für Kinder, kümmern sich auch um richtige Beleuchtung. Am Arbeitsplatz selbst sollte sie schattenfrei und ohne Spiegelung sein.
Wachsende Bedeutung gewinnt für viele Menschen Energieeffizienz sowohl beim Heizen und bei der Wärmedämmung als auch bei den Lichtquellen im Haus. Dabei entsteht unter anderem die Frage, wie sich am Stimmungsort Schlafzimmer gleichzeitig Energie sparen sowie Schönheit und Ambiente bewahren lassen. Frau Brandi empfiehlt die Abschaltung des Stand-by-Modus’ von Radio und Fernseher und setzt hinzu: „Neben den bekannten Kompaktleuchtstofflampen gibt es eine energiesparende Verwandte der Glühbirne im?Handel. Ihre Vorteile sind gute Farbwiedergabe, die durch das kontinuierliche Spektrum bedingt ist, Form und Sockel, die der herkömmlichen Glühbirne entsprechen sowie Brillanz und Dimmbarkeit. Die Halogentechnik erzielt im Vergleich zur Glühbirne eine höhere Lichtausbeute, und sie hält länger.“
Eine Frage sollte nicht völlig unberücksichtigt bleiben: Welches Licht im Schlafzimmer hat das Zeug zum Aphrodisiakum? Die zwei Planerinnen darauf ganz entschieden: „Warme Lichtfarbe macht schön! Mond, Sterne und Dunkelheit sind ein hervorragendes Aphrodisiakum. Im Allgemeinen erzeugen niedrige Lichtpunkthöhen und Punktlichtquellen eine behagliche Atmosphäre, auch verdeckt angeordnetes Licht, das nur einen Schimmer auf Wand oder Möbel wirft, regt die Fantasie an. Die intimste Atmosphäre schafft aber nach wie vor Kerzenschein.

„LivingColors“ heißt ein Beleuchtungssystem von Philips zur dekorativen Raumbeleuchtung. Durch die innovative Lichttechnik auf Basis von Leuchtdioden (LED) lässt sich die Lichtfarbe – je nach Stimmung oder gewünschtem Ambiente – einfach anpassen.
Reiner Oschmann
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