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Ein Königreich für ein Bett

Gute Nacht, guter Tag - diesen Zusammenhang kennt jede und jeder, und das ist nur ein Grund, weshalb das Bett das wichtigste Möbelstück im Haus ist. Trotzdem fristen Schlafzimmer immer noch ein Schattendasein. Vor allem bei Männern.

Wenn man bedenkt, dass die keinem Raum des Hauses mehr Zeit als im Schlafzimmer und in keinem Möbelstück mehr als im Bett verbringt, erstaunt es, dass beide Lebensräume vielfach noch immer ein Schattendasein führen. In punkto Einrichtung unter „ferner liefen“ und fantasiefrei; atmosphärisch unterkühlt und obertraditionell; im Stellenwert für Frau und Mann oft Welten entfernt – während SIE ihr Traumschlafzimmer mit Kissen, Kerzen und viel Licht aus großen Fenstern verbindet, ist ER mehrheitlich schon zufrieden gestellt, wenn im intimsten Raum des Hauses ein qualitativ hochwertiges Bett vorhanden ist, das möglichst zum Holzfußboden passt. Dies das Ergebnis einer Studie von Royal Auping. Wie bei manch anderem Thema zeigt sich auch hier: ER ist pragmatischer Funktionalist, SIE die romantische Träumerin. Auf ein ansprechendes und stimulierendes Schlafambiente legen laut Untersuchungen fast doppelt so viele Frauen wie Männer Wert. Trotzdem besteht Hoffnung. Untersuchungen zeigen nämlich auch, dass der Raum, in dem der Mensch sich ein Drittel seines Lebens aufhält, allmählich größere Aufmerksamkeit gewinnt und Ratschläge von Schlafforschern und anderen Sachkundigen rund ums Bett häufiger beachtet werden. Nicht selten nach unangenehmen, schmerzlichen Erfahrungen.

ER ist pragmatisch

„Tatsächlich schläft heute nicht einmal mehr jeder zweite Erwachsene gut, jeder Zehnte hat sogar eine behandlungsbedürftige Schlafstörung“, weiß Schlafexperte Prof. Jürgen Zullney von der Universitätsklinik Regensburg. Besonders Frauen – und hier wiederum Hausfrauen viel stärker als berufstätige Frauen – klagen über Einschlaf- oder Durchschlafstörungen. Männer sind diesbezüglich weniger anfällig, am wenigsten (laut einer repräsentativen Studie) übrigens – man ahnt es – Beamte …

Ein gute Matratze

Selbst wenn man in Rechnung stellt, dass der Druck des Alltags in vielen Fällen für Schlafstörungen ausschlaggebender sein dürfte als der Druck einer unzweckmäßigen Matratze, wächst das Interesse an schönen Schlafzimmern und Ratschlägen für möglichst verträumte, alptraumfreie Nächte in den Federn, die fast allen die Welt bedeuten: Der Durchschnittseuropäer, so hat die Statistikbehörde eurostat in einer Untersuchung für neun europäische Länder gerade herausgefunden, „verbringt die meiste Zeit des Tages mit Schlafen“. Unter den Männern übrigens keiner mehr als die Franzosen. Sie schlafen im Tagesmittel 8 Stunden und 24 Minuten, während die Schweden mit 7 Stunden und 52 Minuten am wenigsten im Bett zubringen. Übertroffen werden die Monsieurs allerdings noch von den Mesdames an ihrer Seite. Sie schlummern pro Tag durchschnittlich 14 Minuten länger als die Männer.

Empfehlung für den guten Schlaf

Wer – je nachdem – anregende oder geruhsame, romantische oder ruhevolle Stunden in Schlafzimmer und Bett erleben will, ist gut beraten, einige Empfehlungen und Erfahrungen zu berücksichtigen

Der Schlafplatz sollte bequem, auf 16 bis 18 Grad temperiert, gut gelüftet und möglichst störungsarm sein. Gegenstände, die an Beruf und Haushaltspflichten erinnern, wie Schreibtisch, Akten oder Bügelbrett, haben im Schlafzimmer nichts verloren.

Die Auswahl des Betts verdient alle Sorgfalt: Es sollte schön anzusehen, komfortabel und gesund sein. Achten Sie auf erstklassiges Material (egal ob Holz, Metall oder ein Materialmix) und gleichermaßen auf gute Verarbeitung.

„Bei der Matratzenauswahl ist es sehr wichtig, dass diese ganz individuell dem jeweiligen Bedarf des Schläfers angepasst ist. Sie muss körpergerecht und gut durchlüftungsfähig sein“, rät Dr. Christoph Schenk, Leiter des Ambulanten Schlafzentrums in Osnabrück gegenüber IKEA Deutschland, das jetzt ein neues Matratzensortiment in insgesamt zehn Größen, darunter erstmals auch drei Überlängen von 220 Zentimeter, anbietet. Faustregel für den Matratzenkauf: Je schwerer der Nutzer, desto fester die Matratze. Wer hauptsächlich auf der Seite schläft, erhält den besten Wirbelsäulenkomfort von einer weicheren, wer die Rückenlage bevorzugt, von einer mittelfesten Matratze. Bauchlagen-Schläfer reisen am besten mit einer festen Matratze.

Da selbst die besten Schlafunterlagen mit der Zeit Komfort verlieren und hygienisch bedenklich werden, sollten alte Matratzen spätestens nach acht bis zehn Jahren ausgetauscht werden. Jeder vierte Deutsche wechselt seine Matratze übrigens alle fünf Jahre, aber: Jeder sechste hat sie noch nie gewechselt.

Egal welche Art Matratze Sie bevorzugen: Sie sollte Feuchtigkeit aufnehmen und nach außen abgeben, besonders Rücken und Taille stützen, gleichzeitig auch an Schultern, Hüfte und Becken nachgeben. Für die individuell richtige Wahl hilft hier nur eines: ausgiebig Probe liegen.

Die unmittelbare Umgebung soll sich den Bedürfnissen des Nutzers anpassen – nicht umgekehrt. Der Komfort im und ums Bett gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung: Feine Bettwäsche in guter Qualität und mit hohem Sinnlichkeitswert, stimmungsvolle Farben und schöne Dessins, schwenkbare Tischelemente, integrierte Leselampen und leicht erreichbarer Stauraum – die sorgfältige Gestaltung des Schlafraums und die Auswahl des Betts sind Voraussetzung für gesunden Schlaf und nette Schäferstunden.

Rainer Oschmann

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